
Digitale Lehr- & Lerninfrastruktur: Austausch- und Vernetzungsmöglichkeiten für Studierende und Lehrende
Ziel der Maßnahme war die Schaffung von digitalen Austausch- und Vernetzungsmöglichkeiten für Studierende und Lehrende, um die Kommunikation untereinander zu verbessern und relevante Informationen u.a. mobil zur Verfügung zu stellen. Durch innovative Plattformen sollten kollaborative Lernprozesse gefördert, der fachübergreifende Dialog intensiviert und flexible, ortsunabhängige Interaktionsmöglichkeiten geschaffen werden.
Kategorien
Beschreibung
Herausforderung
Die zentrale Herausforderung lag in der Verbesserung der digitalen Vernetzung und Kommunikation zwischen Studierenden, Lehrenden und anderen Hochschulakteuren. Hierzu fehlten adäquate digitale Plattformen, die effektive Kommunikation und Vernetzung ermöglichten. Die vorhandenen Strukturen wurden den Anforderungen einer modernen, digitalisierten Hochschullehre nicht gerecht.
Herangehensweise
Zur Bewältigung der Herausforderung wurden drei methodische Ansätze verfolgt:
Partizipativer Ansatz: Anregungen aus Fachbereichen und von Studierenden wurden aufgegriffen. Der Bedarf einer hochschulweiten App führte über zur Einrichtung einer Arbeitsgruppe zur Marktsichtung. Im Projekt wurde die App „UniNow“ mit Studierenden getestet. Die positive Resonanz führte zunächst zur hochschulweiten Einführung und später zur Entwicklung einer personalisierten „White Label App“.
Bedarfsanalyse-basierter Ansatz: Zur Vernetzung von Lehrenden wurde zunächst der bestehende OLAT-Kurs „E-Learning Fundus“ evaluiert. Auf Basis dieser Bedarfsanalyse erfolgte die Weiterentwicklung zum Portal „Lehr im Dialog“.
Pilot-/Testansatz: Für Studierende wurde der OLAT-basierte Makerspace „PeerIT“ zur fachbereichsübergreifenden Vernetzung eingerichtet, getestet und schließlich inhaltlich zum „Schreibraum Digital“ weiterentwickelt.
Zusammenhang
Die Maßnahme wurde im Rahmen des hochschulweiten Strategieprozesses zur Digitalisierung erprobt:
Im Handlungsfeld "Infrastruktur für den Studienbetrieb" wurde die fehlende zentrale Plattform für hochschulweite Informationen adressiert.
Im Handlungsfeld "Lehre und Studium sowie Weiterbildung" wurden durch Evaluation des Portals "Lehre im Dialog" Austauschbedarfe der Lehrenden identifiziert. Der Pilotansatz bei den Studierenden wurde im Rahmen des Tutorenprogramms erprobt.
Voraussetzung
Für die Durchführung der Maßnahme waren folgende Voraussetzungen relevant:
Hochschul-App: Erfassung des Bedarfs: Dieser wurde durch den AStA und mehrere Fachbereiche an den IT-Lenkungsausschuss herangetragen. Aufbauend erfolgte eine umfangreiche Markanalyse, die Beschaffung und Erprobung der App. Grundlegend mussten zunächst die vertraglichen Vorstellungen des Unternehmens mit denen der Hochschule übereinstimmen. Darüber hinaus waren ausreichend personelle Ressourcen erforderlich, welche die Erprobung koordinierten und die Evaluation durchführten. Ebenfalls war eine ausreichende Beteiligung von Studierenden an der Erprobung der Maßnahme erforderlich.
Plattformentwicklung: Bedarfsanalyse, Erprobung, Evaluation und Verbesserungsschleifen stellen ebenfalls die wesentlichen Voraussetzungen für die Entwicklung von Austausch- und Vernetzungsplattformen für Studierende und Lehrende dar.
Eignung
Hochschul-App: Grundlage war das Aufgreifen konkreter Bedarfe. Das methodische Vorgehen mit Diskussionen in entsprechenden Arbeitskreisen zeigten, dass fachliche Akteure die Maßnahme als geeignet empfanden. Die systematische Evaluation durch qualitative Interviews stellte sicher, dass Studierende die Maßnahme als sinnvoll und lösungsorientiert empfanden. 70% nutzten die App aktiv, besonders Erstsemester schätzten die gebündelten Informationen. Aufgrund dieser positiven Ergebnisse erfolgte die hochschulweite Implementierung 2023. Die spätere Beschaffung einer hochschulangepassten White-Label-App bestätigte nachhaltig den Erfolg der Maßnahme.
Die Kombination aus systematischer Evaluation, transparenter Darstellung von Erfolgen und Herausforderungen sowie der nachhaltigen institutionellen Verankerung trifft ebenfalls auf die Entwicklung der digitalen Vernetzungsplattformen für Studierende und Lehrende zu und macht die Eignung der Maßnahme für Nachnutzende erkennbar.
Vorgehen/Schritte
Phase 1: Bedarfsanalyse und Vorbereitung
Stakeholder-Einbindung: Frühe Einbindung von Studierendenvertretung und Fachbereichen, interdisziplinäre Arbeitsgruppe mit IT-Verantwortlichen, Fachbereichsleitungen und Hochschulleitung.
Ist-Analyse: Systematische Erfassung bestehender Kommunikationskanäle, Identifikation von Lücken und Redundanzen, Studierendenbefragung zu Bedürfnissen und Nutzungsgewohnheiten.
Phase 2: Marktanalyse und Entscheidung
Anbietervergleich: Strukturierte Marktanalyse verschiedener Campus-App-Anbieter nach definierten Kriterien (Funktionen, Kosten, Integration, Support), Einholung von Hochschulreferenzen, Pilotphasen zur Evaluation.
Entscheidungsmatrix: Klare Bewertungskriterien, Gewichtung verschiedener Aspekte, transparente Dokumentation der Entscheidungsgrundlagen.
Phase 3: Implementierung
Technische Vorbereitung: Sicherstellung ausreichender IT-Ressourcen, Klärung von Systemintegrationen, Definition von Service-Level-Agreements.
Change Management: Kommunikationsstrategie für alle Zielgruppen, Schulungskonzept für Multiplikatoren, schrittweise Einführung.
Phase 4: Begleitende Maßnahmen
Ergänzende Plattformen: Parallel Entwicklung spezifischer Lösungen für verschiedene Zielgruppen, Integration in Lehr-/Lerninfrastrukturen.
Qualitätssicherung: Definition von Erfolgsindikatoren, regelmäßige Nutzungsstatistiken, kontinuierliche Anpassung basierend auf Nutzererfahrungen.
Phase 5: Evaluation und Nachhaltigkeit
Systematische Evaluation: Qualitative Interviews mit verschiedenen Nutzergruppen, quantitative Nutzungsanalysen.
Hinweise
Effekte
Die erwarteten Effekte traten ein: Die App wurde positiv wahrgenommen, da sie viele Informationen an einem Ort bündelte. Gleichzeitig wurden hochschulweite Akzeptanz und institutionelle Integration erreicht.
Learnings
Die größten Learnings aus dieser Maßnahme lassen sich wie folgt zusammenfassen:
Nach dem Launch ist vor dem Launch - kontinuierliche Pflege erfordert dauerhafte Ressourcen.
Digitale Transformation ist ein kultureller Prozess, der Zeit braucht. Digitalisierung ist primär organisational und kulturell - Erfolg hängt mehr von Menschen ab als von perfekter Technik.
Tipps
Fragen Sie Studierende nach bereits genutzten inoffiziellen Apps - oft existieren funktionsfähige Lösungen.
Befragen Sie explizit auch App-Verweigerer - ihre Gründe verraten wichtige Designanforderungen.
SSO-Integration mitdenken - Studierende akzeptieren keine weitere Login-Barriere.
Konzentrieren Sie sich zu Beginn auf 3-4 Kernfunktionen statt vieler Features.
Methoden
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