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Mit Online Peer Treffen und Workshops Austausch von Lehrenden über innovativen Lehrformaten fördern

Im Projekt Agile Methoden in digitalen Lehrveranstaltungen (AGGIT) wurden für die beteiligten Lehrenden während der Vorlesungszeit wöchentliche, freiwillige Online-Peer-Treffen von ca. 30 Minuten angeboten. Diese wurden durch Hochschuldidaktikerinnen moderiert. Ergänzend fanden pro Semester 2–3 Präsenz- bzw. Hybrid-Workshops zu agilen Lehrformaten statt. Regelmäßige Bedarfsabfragen sicherten die Passung dieser Angebote; eine studentische Fokusgruppe brachte Perspektiven aus Lernenden-Sicht ein. Ziel war es ein Austauschformat für Akzeptanz- und Implementationshürden agiler Lehre zu schaffen. sowie standortübergreifende Vernetzung und Kooperation über Fakultäten zu fördern. Das niedrigschwellige Format diente zum Erfahrungsaustausch und Best-Practice-Transfer sowie als Reflexionsangebot für die eigene Lehrpraxis in Form einer Peer-Beratung und diente als Anstoß interdisziplinärer Initiativen.

Kategorien

Bitte nennen Sie bis zu fünf Stichwörter, die den Inhalt Ihrer Maßnahme aussagekräftig beschreiben.
• Peer Treffen von Lehrenden
Lerhberatung (in Gruppen)
• Fakultätsübergr. Netzwerk
Community of Practice
agile Austauschformate
Zielgruppe(n)
Handlungsfeld & Aktivität(en)

Beschreibung

Herausforderung

Agile Lehre erfordert andere Formen pädagogische Führung und kollidiert teils mit traditionellen Lehrvorstellungen und etablierter Lehrkultur der anderen Akteure in einem Studiengang. Gleichzeitig erschweren 12 Fakultäten an vier Standorten den Austausch und die Kooperation. Daraus entstehen Akzeptanz-, Abstimmungs- und Implementationshürden für innovative (agile) Lehr-/Lernformate. Es bedarf eines Raums für den Austausch und die Reflexion dieser Prozesse Erfahrungen und Herausforderungen

Herangehensweise

Kern der Maßnahme war ein wöchentliches, freiwilliges Online-Peer-Format (≈30 Min) mit kurzer inhaltlicher Einführung zu agilen Methoden, strukturiertem Erfahrungsaustausch, Peer-Beratung zu aktuellen Fällen etc. Die Moderation übernahmen Hochschuldidaktikerinnen. Lehrende konnten nach eigenem Bedarf und verfügbarer Zeit entscheiden konnten, ob bzw. wie oft sie mitmachen. Eine studentische Fokusgruppe wurde mehrfach eingebunden, so dass Lehrende offenes Feedback von Studierenden erhalten konnten. Um möglichst vielen Lehrenden eine Teilnahme zu ermöglichen wurden zu Semesterbeginn Umfragen durchgeführt und zwei alternierende Zeitslots als Outlook-Serientermine eingerichtet. Flankierend wurden 2–3 Präsenz-/Hybrid-Workshops pro Semester und individuelle Beratungsformate angeboten. Die Peer Treffen dienten auch der regelmäßigen Bedarfsabfrage zur passgenauen Ausrichtung von Workshops und Beratungsangeboten sowie als niedrigschwelliges Angebot zur Kontaktaufnahme und Informationsweitergabe.

Zusammenhang

Durchgeführt im Projekt „Agile Methoden in digitalen Lehrveranstaltungen (AGGIT)“. Einsatz als begleitendes Unterstützungs- und Vernetzungsangebot für Lehrende aller Fakultäten, die agile Lehr-/Lernsettings in Lehrveranstaltungen erproben oder ausbauen. Es erfolgte ein Anbindung (in Form von zusätzlichen gemeinsamen Netzwerktreffen).an das hochschuldidaktische Weiterbildungsprogramm („Profiprogramm“), aus dem heraus die Projektidee entstanden und von 7 Lehrenden initiiert worden war.

Voraussetzung

  • Die Maßnahme baut auf die freiwillige Teilnahme der Lehrenden. Gegen Projektende, sowie in den betriebsamen Phasen des Semesters, kamen tendenziell eher weniger (1-3) Lehrende. Die Zeit wurde dann für Einzelberatungen genutzt. Durchschnittlich kamen 4-6 Lehrende.

  • Mikro Impulse zu agiler Lehre durch Hochschuldidaktiker*innen konnten die Attraktivität des (anfangs als reines Austauschformat gedachten) Online Peer Treffen zusätzlich erhöhen.

  • Die Terminfindung war sehr aufwändig.  Nach Terminumfragen zu Semesterbeginn wurden zwei wöchentlich alternierende Zeitslots als Outlook-Serientermine eingerichtet. Die Semesterferien wurden ausgenommen.

  • Der zeitliche Aufwand für die Hochschuldidaktikerinnen bestand in der Moderation des Formats (ca. 30min) sowie der Vorbereitung von Mikro Impulsen und ggf. Nachbereitung der diskutierten Themen oder individuellen Anfragen.

  • Die gewählten Moderationsmethoden und Austauschformate sollten einen offenen, wertschätzenden und vertrauensvollen Rahmen bieten.

Eignung

Die Teilnehmendenzahl im Projekt wuchs von 7 auf ca. 30 Lehrende (mehrheitlich Professorinnen/Professoren) aus 7 Fakultäten. Durchschnittlich nahmen 3–6 Personen pro Online Peer Treffen teil. Bei geringer Beteiligung wurde die Zeit gewinnbringend für Einzelberatungen genutzt. Die Peer Treffen wurden v.a. von jenen Lehrenden, die neu im Projekt einstiegen, als hilfreich empfunden. Lehrende mit mehr Erfahrung profitierten eher von Workshopformate mit thematischen Schwerpunkten, nahmen aber immer wieder auch an den Online Treffen teil, um Erfahrungen oder Ideen auszutauschen. Für die Hochschuldidaktiker*innen war es ein gutes Format, um niedrigschwellig den Kontakt zu beteiligten Lehrenden zu halten. Durch die Vernetzung mit dem „Profiprogramm“ entstanden Kontakte, einige Teilnehmende meldeten sich anschließend zu Weiterbildungen an. Zwei interdisziplinäre Arbeitsgruppen (Game-based Learning, Demokratiebildung) entstanden und arbeiten über die Projektlaufzeit hinaus weiter.

Vorgehen/Schritte

Planung/ Ziele klären:

  • Vorab klare Ziele für das Format definieren: Worauf soll der Fokus der Treffen liegen (eher Austausch oder Informationsweitergabe)?

  • Nutzen kommunizieren: Was haben Lehrende konkret von einer Teilnahme? (Austausch zu konkreten Fällen, Tipps und Best Practices von Kollegen, Vernetzung mit Peers…) V.a. Professor*innen haben wenig Zeit d.h. der Nutzen musss für sie klar erkennbar sein.

Terminfindung:

  • Kurze Online Formate (30 bis 45 Minuten) bieten die Möglichkeit sich flexibel und mit wenig Zeitaufwand auch spontan zuzuschalten.

  • Regelmäßige Online-Treffen während der Vorlesungszeit (z. B. wöchentlich), Pause in Semesterferien.

  • Zwei alternierende Zeitslots einrichten, um unterschiedliche Stundenpläne zu berücksichtigen.

  • Outlook Serientermine verschicken, da die Treffen so gleich von den Lehrenden in ihre Kalender übernommen werden können.

Moderation

  • Moderation durch Hochschuldidaktik*innen, die für Struktur und wertschätzenden Rahmen sorgen. Dafür bietet es sich an klarzustellen, dass die Dinge, die in diesem Raum geteilt werden, als vertrauliche Informationen in der Gruppe bleiben sollen.

  • Darauf achten, dass alle Teilnehmer etwas sagen, dies ist v.a. wichtig wenn unterschiedliche Statusgruppen anwesend sind.

  • Lehrende mit spezifischen Anliegen oder drängenden Herausforderungen einen Termin für Einzelberatungen anbieten, um nicht in der Gesamtgruppe die ganze Zeit nur über das Anliegen einer Person zu diskutieren.

  • Zeitbedarf der Projektmitarbeitenden für Moderation, Vorbereitung von Mikro-Impulsen und Nachbereitung einkalkulieren.

Thematische Schwerpunkte und Mini Inputs

  • Kontinuierliche Bedarfsabfrage durchführen (z.B. Fragebogen zu Beginn und Ende des Semesters oder Mini-Umfragen während der Peer Treffen) um relevante Themen zu identifizieren.

  • Mini Inputs von ca. 10 min zu Themen die, die die Lehrenden beschäftigen, vorbereiten und diese je nach Gesprächsbedarf der Lehrenden anbieten oder auf das nächste Treffen verschieben.

Workshops ergänzend einsetzen

  • 2–3 Workshops (a ca. 2-3 h) pro Semester zu thematischen Schwerpunkten durchführen.

  • Ausreichend Zeit für Austausch unter den Lehrenden im Ablauf einbauen.

  • Ergebnisse der Workshops in den Peer-Treffen nachbereiten oder in einem gemeinsamen Ordner zur Verfügung stellen (Transfer sichern).

Teilnahme fördern

  • Freiwilligkeit beibehalten, aber niedrigschwelliger Zugang (persönliche Einladungen, Serientermine, keine Vorbereitung seitens der Lehrenden notwendig).

  • Early Adopters als „Botschafter“ gewinnen, damit sie ihre Erfolgsgeschichten teilen.

  • Neueinsteiger gezielt ansprechen und zusätzlich in Einzelberatungen unterstützen.

Community of Practice aufbauen

  • Verbindungen zu bestehenden Programmen (z. B. hochschuldidaktisches Weiterbildungsprogramm) aufbauen und z.B. gemeinsame Workshops oder Vernetzungstreffen initiieren.

  • Interdisziplinarität aktiv fördern hierzu Themenschwerpunkte, die mehrere Fächer verbinden, wählen.

Hinweise

Effekte

  • Man kann eine Agenda für die Termine mit den jeweils entsprechenden Mini Inputs zu Beginn der Terminserie verschicken, dies nimmt jedoch die Flexibilität auf hohen Gesprächsbedarf durch Weglassen des Mini Inputs zu reagieren. Entscheidend ist hier, ob der Fokus eher auf dem Austausch oder auf der Vermittlung von Informationen liegen soll.

  • Workshop kann man ggf. hybrid anbieten, damit standortübergreifend teilgenommen werden kann. Unserer Erfahrung nach führen Workshop in Präsenz jedoch zu mehr Tiefe und Austausch.

Learnings

Aufbau und Pflege einer Community of Practice sind sehr zeitaufwändig. Eine Kombination aus Austauschformaten und individuellen Einzelberatungen hat sich in unserem Projekt als gewinnbringend herausgestellt. Hierbei wurden oft von Lehrenden Ideen eingebracht, die wir als Projekt unterstützt haben (z.B. Workshopangebote geschaffen haben) bzw. sie mit anderen Lehrenden mit ähnlichen Interessen vernetzt haben. So entstanden kleine thematische Arbeitsgruppen, die über das Projekt hinaus weiter bestehen.

Regelmäßig Bedarfsabfragen und Evaluation von Angeboten sind wichtig um herauszufinden, ob Zeitfenster, Themen oder Formate angepasst werden müssen.

Empfehlung

nein

Tipps

  • Wenn die studentische Perspektiven in Workshops/ Austauschformate mit Lehrenden eingebunden werden  soll (z.B. Austausch mit einer Fokusgruppe), darauf achten, dass die Studierenden nicht in den Studiengängen der beteiligten Lehrenden eingeschrieben sind, um ein möglichst offenes Feedback zu ermöglichen.

  • Termine fanden in unserem Projekt oft in den Randbereichen der Arbeitszeit statt, dies muss im Team gut vereinbart werden, da es mit Care Arbeit einzelner Mitarbeitenden kollidieren kann.

  • Umgang mit schwankender Teilnahme: Bei geringer Beteiligung auf Einzelberatung umstellen und Termine konstruktiv nutzen. Regelmäßig evaluieren (Bedarfsabfrage), ob Zeitfenster/Themen/ Methoden angepasst werden müssen.

Methoden

Empfohlen

Methoden
Retrospektiven, Fragebögen oder kurze Online Umfragen
Formate
moderierte Austauschformate online (30-45min) oder Präsenz Workshops (ca 3h), Peer Beratung, Workshops mit eingeplanten Zeiten für Austausch
Technische Tools
gemeinsame digitale Räume: festgelegter Videokonferenzraum Dateiordner, in denen jede*r Dokumente teilen kann

Nicht empfohlen

Formate
Bar Camp zur Gewinnung neuer Lehrender hat nicht funktioniert
Technische Tools
Gemeinsamer Moodle Kurs wurde nicht genutzt, Cloud Ordner zum Hochladen von Dateien wurde bevorzugt

Kontakt

Projekt Kontakt

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