
Open-Source-Projekte einführen und mit gestalten
Die Einführung und Nutzung von freien Open-Source-Projekten für die Hochschule erlaubt die Anpassung an hochschuleigene Bedarfe, eine Integration in bestehende Systeme und eine nachhaltige Nutzung auch nach Projektende. Das wird vor allem durch die Community eines Open-Source-Projektes gesichert, die gemeinsam die weitere Nutzung der Tools und die Mitgestaltung an der Software ermöglicht. Zudem wird die dauerhafte Finanzierung von Lizenzen hinfällig.
Kategorien
Beschreibung
Herausforderung
Die Wichtigste Herausforderung ist es sowohl bei der Auswahl von Projekten bzw. Tools, als auch bei der Umsetzung einzelner Entwicklungen die Nutzerbedarfe geeignet zu erfassen und eine Informationskette zwischen Nutzenden und Entwickelnden zu schaffen, um diese Bedarfe zu erkennen, zu priorisieren und in der Umsetzung geeignet zu adressieren.
Herangehensweise
Die umzusetzenden Projekte wurden durch eine Bedarfsanalyse von Lehrenden und Lernenden initiiert und weiterentwickelt. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse wurden priorisiert und bildeten die Grundlage für die Auswahl geeigneter Projekte oder Investitionen in die Toolentwicklung. Um Nutzerbedarfe auch während der Umsetzung optimal Berücksichtigen zu können, wurden agile Methoden eingesetzt (Feedbackschleife zwischen Anforderungsmanagement und Entwicklung).
Zusammenhang
Entwickelte Tools wurden im aktiven Lehrbetrieb eingesetzt. In den meisten Fällen gab es dabei einen „Soft-Launch“, also eine nicht-verpflichtende Einführung, bei der Lehrende die Tools zunächst ausprobieren konnten.
Voraussetzung
Für die Durchführung sind drei Kernkompetenzen relevant: Gute Kommunikationsfähigkeiten für die Absprachen mit den Nutzenden, gute Organisationsfähigkeiten um Weiterentwicklungen zu koordinieren und ein gutes technisches Verständnis für die Entwicklung und die Betreuung von Weiterentwicklungen.
Weiterentwicklungen können selber umgesetzt werden, wenn die nötigen Entwicklungskompetenzen vorhanden sind. Ansonsten können diese alternativ auch bei Dienstleistern zugekauft werden.
Eignung
Wenn es bekannte Bedarfe gibt die mit kommerziellen Software-Lösungen nicht adressiert werden können oder wenn der Erwerb kommerzieller Lösungen nicht erwünscht ist und das nötige Know How vorhanden ist (s.o.). Auch ohne Kapazitäten für eigene Weiterentwicklung kann Open Source gewinnbringend eingesetzt werden. Letztendlich sollte eine Kosten-/Nutzen Abwägung vorangehen, insbesondere, wenn es sich um Optionale Tools und nicht um notwendige Infrastruktur handelt.
Vorgehen/Schritte
Die wichtigste Maßnahme ist die Absprache mit anderen Hochschulen. Viele Hochschulen nutzen aktiv Open-Source-Tools und sind gerne beratend tätig.
Bei neuen Projekten, ist die Absprache mit der Technik wichtig. Wenn in den lokalen Projekten kein Techniker tätig ist, kann das häufig auch gut die zentrale IT bzw. das Rechenzentrum sein.
Hinweise
Effekte
Wir geben weniger Geld für Lizenzkosten aus und können die Tools auch nach Projektende weiter verwenden.
Learnings
Eine große Entwicklungscommunity ist sehr hilfreich, weil dann auch ohne eigene Entwicklungsbeteiligung ständige Weiterentwicklung der Tools erfolgt. Für Nutzende ist es sehr motivierend sich gezielt mit Bedarfen und Feedback einbringen zu können. Das gleiche gilt oft auch für EntwicklerInnen, wenn Sie direkteres, schnelleres Feedback bekommen (Selbstwirksamkeit).
Tipps
• Eine schnelle Erstentwicklung der Tools und das Testen dieser im Realeinsatz ist sinnvoll anstelle von umfangreichen theoretischen Überlegungen.
• Die Entwicklung eines Mockups oder eines Proof-of-Concepts ist sehr hilfreich für alle folgenden Diskussionen im Entwicklungsprozess, wenn gleich ein Mehraufwand entsteht.
• Upstream first! Lokalen Änderungen von Open-Source-Projekten sollten nicht gepflegt werden. Änderungen immer mit der Community abstimmen und in das Hauptprojekt bringen, sodass sie dauerhaft betreubar bleiben.
Methoden
Empfohlen
Nicht empfohlen
Kontakt
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