
Agile Methoden in digitalen Lehrveranstaltungen
Im Fokus des Projekts „Agile Methoden in digitalen Lehrveranstaltungen (AGGIT)“ steht die Weiterentwicklung und Verbesserung kollaborativer, studierendenzentrierter Lehr-/Lernformate durch Einbeziehung agiler Methoden sowie Rahmenwerke. Ein besonderes Interesse lag dabei auf der Durchführung der verschiedenen Lehrveranstaltungen in digitalen und Blended Learning Formaten. Zu den zentralen Vorhaben zählte dabei der Aufbau und die kontinuierliche Pflege eines „Methodenbaukastens für agile Lehre“. Dieser Baukasten bietet Informationen zum Einsatz agiler Rahmenwerke und Methoden in Lehr-/Lernsettings. Es werden u.a. die Rahmenwerke Scrum und Design Thinking und Methoden wie Legos Serious Play, Kanban/ Scrum Boards oder Retrospektiven vorgestellt. Darüber hinaus können Materialien für den Einsatz in der Lehre heruntergeladen werden. Außerdem sind dort Folgen des Podcast „Lehre bewegt – Insights in die Hochschullehre“ verlinkt, in dem Professor*innen und Hochschullehrende der Ostfalia HAW, die am Projekt teilgenommen haben, darüber sprechen, wie sie agile Lehre umsetzen und welche Erfahrungen sie damit gemacht haben (Best Practices). Der Baukasten steht unter https://blogs.sonia.de/aggit/ als OER zur Verfügung.
Auf einen Blick
Ausführliche Beschreibung
Agilität ist aus der modernen, sich schnell verändernden Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken. Agil zu arbeiten, zu denken und zu lernen, stellt folglich eine unverzichtbare Kompetenz für Studierende dar, damit sie die Zukunft mitgestalten und flexibel, kollaborativ und lösungsorientiert auf komplexe Herausforderungen reagieren können. Ziel des Projekts AGGIT war daher die Implementation agiler Denk- und Arbeitsweisen in der (Hochschul-) Lehre zu erforschen und dadurch den Erwerb transformativer Schlüsselkompetenzen zu fördern. Hierzu wurden in enger Zusammenarbeit von Lehrende der Ostfalia HAW und Hochschuldidaktiker*innen des Zentrums für erfolgreiches Lehren und Lernen (ZELL) agile Rahmenwerke und Methoden für den Einsatz in Lehrveranstaltungen ausgewählt und erprobt. Eine studentische Fokusgruppe diente dazu die studentische Perspektive in das Projekt einzubeziehen und den Austausch von Lehrenden und Studierenden über innovative Lehrformate zu fördern. Insgesamt haben rund 30 Lehrende aus 7 unterschiedlichen Fakultäten (Maschinenbau, Informatik, Wirtschaft, Soziale Arbeit, Verkehr-Tourismus-Sport-Medien, Fahrzeugtechnik, Gesundheitswesen) im Projektverlauf an Workshops und wöchentlichen Online Peer Austauschformaten teilgenommen.
Alle Lehrenden haben dabei speziell für ihre Lehrveranstaltung (Gruppengröße, fachlicher Inhalt, intendierte Lernziele…) angepasste agile Lehrformate entwickelt und durchgeführt, so dass eine große Bandbreite von Anwendungsfällen für agile Methoden erprobt und die Erfahrungen im Methodenbaukasten dargestellt werden konnten. Allen durchgeführten agilen Lehr-/Lernsettings ist gemeinsam, dass ihr Fokus auf der Arbeit mit studentischen Teams liegt. Es hat sich gezeigt, dass agile Rahmenwerke und Methoden gut geeignet sind um selbstorganisierte Gruppenarbeiten von Studierenden zu strukturieren. Hierbei lernen die Teammitglieder auch voneinander, erkennen eigene Stärken, Schwächen und Interessen und werden durch die Erfahrung ihrer Selbstwirksamkeit motiviert. Agile Methoden fördern außerdem die Fähigkeit iterativ vorzugehen. Fehler werden als Lernchancen verstanden und dienen als Anlass für eine kontinuierliche Verbesserung und Reflexion – eine wichtige Grundhaltung, die Studierende auf ihre zukünftige berufliche Laufbahn vorbereiten und sie dabei unterstützen, Verantwortung für sich und für die Gesellschaft zu übernehmen.
Lehrende begleiten die Studierenden durch Anleitung, Beratung und Moderation von Gruppenprozessen. Ihre Rolle in der Interaktion mit Studierenden ändert sich, was im Rahmen der Peerformate regelmäßig reflektiert wurde. Die Lehrenden schaffen Transparenz über Ziele, Lerninhalte und Methoden und nutzen agile Praktiken (z. B. Retrospektiven) zur Reflexion der Lernprozesse. So können Lehrende und Studierende bereits im Verlauf des Lernprozesses regelmäßig überprüfen, ob die Studierenden die Lernziele erreichen (Inspektion). Andernfalls kann die Lehrveranstaltung an die Bedürfnisse der Studierenden angepasst werden (Adaption). Durch diesen iterativen Prozess kommen Studierende den Lernzielen kontinuierlich näher.
Digitale Tools (wie z.B. Kanban Boards) helfen Transparenz über Lern- und Gruppenarbeitsprozesse herzustellen. Bevorzugt werden Blended Learning Formate, als Wechsel von selbstorganisierte Gruppenphasen und Präsenzterminen im Plenum für agile Lehrveranstaltungen eingesetzt. Lehrsettings mit Gestaltungsspielräumen oder Projektanteilen sind von Vorteil.
Ein umfangreicher Baukasten mit Informationen zum Einsatz agiler Rahmenwerke und Methoden in Lehr-/Lernsettings sowie Best practices und materialien zum Download steht unter https://blogs.sonia.de/aggit/ als OER zur Verfügung.
Es werden u.a. die Rahmenwerke Scrum und Design Thinking und Methoden wie Legos Serious Play, Kanban/ Scrum Boards oder Retrospektiven vorgestellt. Darüber hinaus können Materialien für den Einsatz in der Lehre heruntergeladen werden. Außerdem sind dort Folgen des Podcast „Lehre bewegt – Insights in die Hochschullehre“ bereitgestellt, in denen Lehrende einen Einblick in ihre agile Lehre geben.
Kontakt

Student Focus Group für partizipative Lehrentwicklung
Um die studentische Perspektive in die kontinuierlich die Entwicklung und Optimierung von Lehrformaten an der Ostfalia Hochschule einzubinden wurde im Rahmen des Projekts AGGIT eine Student Focus Group (SFG) eingerichtet. Diese interdisziplinäre Gruppe von Studierenden arbeitete in regelmäßigen Online-Treffen an aktuellen Themen rund um digitale und agile Lehre, diskutierten Erfahrungen, erarbeiteten Vorschläge und gaben unvoreingenommenes Feedback zu geplanten oder laufenden Innovationen. Eine SFG wirkt über reine Studierenden-Befragungen hinaus beratend und mitgestaltend auf mehreren Ebenen: Sie bringt studentische Lebensweltexpertise ins Projekt ein, beeinflusst Lehrinnovationen und Prüfungsformate, verbessert den Austausch mit Lehrenden und fördert nachhaltige studentische Partizipation in der Hochschulentwicklung
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Mit Online Peer Treffen und Workshops Austausch von Lehrenden über innovativen Lehrformaten fördern
Im Projekt Agile Methoden in digitalen Lehrveranstaltungen (AGGIT) wurden für die beteiligten Lehrenden während der Vorlesungszeit wöchentliche, freiwillige Online-Peer-Treffen von ca. 30 Minuten angeboten. Diese wurden durch Hochschuldidaktikerinnen moderiert. Ergänzend fanden pro Semester 2–3 Präsenz- bzw. Hybrid-Workshops zu agilen Lehrformaten statt. Regelmäßige Bedarfsabfragen sicherten die Passung dieser Angebote; eine studentische Fokusgruppe brachte Perspektiven aus Lernenden-Sicht ein. Ziel war es ein Austauschformat für Akzeptanz- und Implementationshürden agiler Lehre zu schaffen. sowie standortübergreifende Vernetzung und Kooperation über Fakultäten zu fördern. Das niedrigschwellige Format diente zum Erfahrungsaustausch und Best-Practice-Transfer sowie als Reflexionsangebot für die eigene Lehrpraxis in Form einer Peer-Beratung und diente als Anstoß interdisziplinärer Initiativen.
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Agile Lehrformate etablieren
Agile Lehrveranstaltungen wurden so gestaltet, dass Studierende in Teams selbstorganisiert arbeiten, ihre Prozesse transparent machen und Lernschritte iterativ reflektieren. Methodisch kamen vor allem Scrum (Sprints, Reviews), Design Thinking (nutzerzentrierte, ergebnisoffene Problemlösung), Kanban Boards (Visualisierung von Arbeit), LEGO Serious Play (kreative Modellbildung) und Retrospektiven (systematische Reflexion) zum Einsatz. Blended-Learning-Formate verzahnten asynchrone Teamphasen mit Präsenzterminen. Die Erfahrungen zeigen eine hohe Anwendbarkeit über Fächer hinweg. Eine individuelle Anpassung an Lernziele, Inhalte und Zielgruppe ist für eine erfolgreiche Umsetzung nötig. Herausforderungen von agilen Formaten waren u.a. ein intensiverer Betreuungs- und Kommunikationsbedarf, die Sicherstellung der curricularen Anschlussfähigkeit, sowie die Akzeptanz für innovative Lehrformate bei Kollegen und Studierenden. Die Ergebnisse wurde in einem OER Methoden-Baukasten gebündelt.
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Student Focus Group für partizipative Lehrentwicklung
Um die studentische Perspektive in die kontinuierlich die Entwicklung und Optimierung von Lehrformaten an der Ostfalia Hochschule einzubinden wurde im Rahmen des Projekts AGGIT eine Student Focus Group (SFG) eingerichtet. Diese interdisziplinäre Gruppe von Studierenden arbeitete in regelmäßigen Online-Treffen an aktuellen Themen rund um digitale und agile Lehre, diskutierten Erfahrungen, erarbeiteten Vorschläge und gaben unvoreingenommenes Feedback zu geplanten oder laufenden Innovationen. Eine SFG wirkt über reine Studierenden-Befragungen hinaus beratend und mitgestaltend auf mehreren Ebenen: Sie bringt studentische Lebensweltexpertise ins Projekt ein, beeinflusst Lehrinnovationen und Prüfungsformate, verbessert den Austausch mit Lehrenden und fördert nachhaltige studentische Partizipation in der Hochschulentwicklung
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How to Prepare Students for an Agile Professional Life
Students learn and practice project management at various stages of their studies. In mechanical engineering, there is now an increasing focus on agile project management. At the same time, digitization brings digital tools that development teams use to work together over distances. Especially in the pandemic age, companies rely heavily on virtual collaboration. Therefore, engineers must be prepared during their studies to work independently in agile, digital and self-reliant teams. This publication uses the example of two lectures to show how this goal can be achieved.
Publikation anzeigen
Agile Methods in Teaching Digital Engineering
This paper explores the philosophy and significance of agile teaching, emphasizing student responsibility and engagement. In agile teaching, while lecturers define the learning objectives and create the necessary conditions, students set personal goals and manage factors such as motivation and workload. Agile teaching promotes student responsibility for their own learning and encourages dialogue between students and lecturers to adapt to changing conditions. Using the eduScrum methodology, the course design includes three structured sprints that promote continuous feedback, team collaboration and individual accountability. The approach enhances both content understanding and ownership, empowering students to drive change in autonomous teams.
Publikation anzeigen

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