Maßnahme Bühne
Zum Projekt

Contententwicklung durch die Community fördern und begleiten

Die bisherige E-Learning-Website der Universität Jena bündelte Angebote verschiedener uni-interner Supporteinrichtungen zur Unterstützung digitalen Lehrens und Lernens, z. B. Tools und Medientechnik, Qualifizierungskurse oder Austauschformate. Aufgrund des wachsenden Angebotsportfolios wurde die Website grundlegend überarbeitet, um die hohe Anzahl und Vielfalt der Angebote nutzungsgerecht und übersichtlich darzustellen. In gemeinsamen Workshops arbeiteten die Supporteinrichtungen mit dem Projektteam an der inhaltlichen Struktur und den Navigationspfaden des neuen Portals, identifizierten passende Angebote und erstellten neue Beschreibungen für ihre Angebote. Sie entwickelten gemeinsam einen abteilungsübergreifenden Redaktionsprozess für die langfristige Qualitätssicherung. Zwischen den Workshops wurden die Einrichtungen vom Projektteam redaktionell begleitet und betreut.

Kategorien

Bitte nennen Sie bis zu fünf Stichwörter, die den Inhalt Ihrer Maßnahme aussagekräftig beschreiben.
Workshop
Redaktion
Content creation
Zielgruppe(n)
Handlungsfeld & Aktivität(en)

Beschreibung

Herausforderung

Die Supporteinrichtungen waren damit konfrontiert, für das Portal neue und einheitlich gestaltete Angebotsbeschreibungen zu erstellen, die langfristig zu pflegen sein werden. Da die Inhalte von Einrichtung zu Einrichtung bisher sehr unterschiedlich dargestellt wurden, bestand eine Herausforderung darin, sich auf einheitliche Vorlagen zu einigen. Die Einrichtungen sollten zur aktiven Mitwirkung motiviert und von der langfristigen Zusammenarbeit überzeugt werden.

Herangehensweise

Die Contentenwicklung fand abwechselnd in abteilungsübergreifenden Workshops und separaten Arbeitsphasen statt. In vier Workshops wurden einheitliche Vorlagen entwickelt, passende Angebote identifiziert und testweise beschrieben, die Angebote unterneinander vernetzt und langfristige Redaktionsprozesse entwickelt. Das Verfassen der Angebotsbeschreibungen fand in den Phasen zwischen den Workshops statt und wurde vom Projektteam mit Einzelberatungen intensiv begleitet.

Zusammenhang

Die Maßnahme wurde innerhalb des universitären Projekts „E-Learning-Marktplatz“ erprobt sowie hochschulweit und fachübergreifend durchgeführt. Es waren zentrale Einrichtungen der Universität beteiligt, die Angebote zur Unterstützung digitaler Lehre und digitalen Studierens bereitstellen. Die Maßnahme fand während der Konzeptions- und Entwicklungsphase statt.

Voraussetzung

Für die erfolgreiche Contententwicklung mit Community-Mitgliedern sind folgende Voraussetzungen essentiell:

  • Bereitschaft der Einrichtungen zur aktiven, partizipativen Mitarbeit

  • Identifikation und klare Kommunikation von Anreizen für Stakeholder, z. B. Vernetzung, Sichtbarmachung eigener Angebote, Mitgestaltungsmöglichkeiten, Bedarfsabfrage

  • Ausreichende personelle Ressourcen für die Vorbereitung und Durchführung von Präsenzworkshops, begleitende Beratungen, bedarfsabhängige Unterstützung bei der Contenterstellung und detaillierte Qualitätssicherung der neuen Inhalte

  • Kompetenzen im Stakeholdermanagement und Change Management

  • Beratungs- und Moderationskompetenz

  • Professionelle Workshopgestaltung mit klaren Zielen, guter Methodik und Planung

  • Agile Arbeitsweise zur flexiblen Anpassung im Projektverlauf

Diese Maßnahmen erhöhen die Identifikation der Einrichtungen mit dem Projekt, fördern Verständnis und Respekt untereinander und schaffen so eine wertschätzende und effektiveArbeitsatmosphäre.

Eignung

Unsere Beobachtungen in den Workshops und Arbeitsphasen, individuelle Rückmeldungen der Stakeholder sowie die entstandenen Arbeitsergebnisse zeigen, dass die angestrebten Ziele der Maßnahme erreicht wurden.

  • Die Teilnahme an den Workshops war trotz des zusätzlichen Aufwands für die Einrichtungen durchgehend hoch. Die Teilnehmenden arbeiteten engagiert mit und nutzten die Workshops intensiv für fachlichen und informellen Austausch.

  • Bereits im zweiten Workshop konnten sich die Einrichtungen auf zwei gemeinsame Vorlagen zur Darstellung ihrer Angebote verständigen. Bis zum Launch des Portals entstanden 120 neue Angebotsbeschreibungen in deutscher und englischer Sprache und übertrafen die Erwartungen deutlich.

  • Besonders positiv bewertet wurden die wertschätzende Arbeitsatmosphäre, die vielfältigen Austauschmöglichkeiten sowie die individuelle Beratung bei der Contenterstellung.

  • Bereits vor Projektende signalisierten weitere Einrichtungen ihr Interesse, in das Portal aufgenommen zu werden.

Vorgehen/Schritte

In unserem Projekt wechselten sich mehrere abteilungsübergreifende Workshops, abteilungsspezifische Workshops und vom Projektteam betreute Arbeitsphasen ab.

  1. Auftakt: Projektvorstellung

  2. Workshop 1: Identifizierung passender Angebote, gemeinsame Entwicklung von Vorlagen

  3. Workshop 2: Vernetzung der Angebote und Redaktionsprozess für neue Angebote

  4. Arbeitsphase: Verfassen erster Beispielangebote

  5. Workshop 3: Arbeit an den Angebotsbeschreibungen

  6. Arbeitsphase: Verfassen sämtlicher Angebote der eigenen Einrichtung

  7. Workshop 4: Langfristige Redaktion und Kommunikation, Abschluss

Um dieses Vorgehen zu adaptieren, empfehlen wir, folgende Punkte zu beachten:

  • Gute Vorbereitung: Definieren Sie die genauen Ziele der Workshops und Arbeitsphasen, identifizieren Sie vorab konkrete Ansprechpersonen der Einrichtungen und erfassen Sie benötigte Ressourcen. Erschaffen Sie ein „Big Picture“, das Sie auf Ihre Institution anpassen.

  • Führen Sie Vorgespräche: Sprechen Sie schon vor den ersten Workshop-Terminen persönlich und einzeln mit den Einrichtungen, um deren Stimmung und ggf. Bedenken einzufangen.

  • Workshop-Planung: Investieren Sie hierzu ausreichend Zeit. - diese ist ein knappes Gut und die Teilnahme an Workshops muss den Einrichtungen erkennbaren Mehrwert bieten.

  • Workshop-Durchführung: Planen Sie viele Austauschmöglichkeiten ein und holen Sie die verschiedenen Perspektiven der Einrichtungen aktiv ein. Sorgen Sie für eine angenehme und wertschätzende Arbeitsatmosphäre.

  • Organisation der Arbeitsphasen: Definieren Sie für die Arbeitsphasen konkrete Arbeitsaufträge, Fristen und Ansprechpersonen im Projektteam für die persönliche Betreuung. Planen Sie auch hier viel Zeit ein. Machen Sie proaktiv Vorschläge für die Content-Erstellung und bieten Sie aktiv zusätzliche Unterstützung an.

  • Bleiben Sie dran: Erfragen Sie regelmäßig den Arbeitsstand bei den Einrichtungen. Rufen Sie sich mit Projektupdates regelmäßig in Erinnerung, aber respektieren Sie die unterschiedlichen Arbeitsweisen und Zeitstrukturen der Einrichtungen. Wenn nötig, suchen Sie alternative Ansprechpersonen.

  • Bleiben Sie flexibel: Trotz sorgfältiger Planung sollte Raum für spontane Ideen und Anpassungen sein.

Nutzen Sie gerne unsere Workshop-Planungen für eigene Umsetzungen.

Hinweise

Effekte

Neben der erfolgreichen Content-Entwicklung ergab sich auch der deutliche Effekt des guten gegenseitigen Kennenlernens, ein gutes Verständnis für die Perspektiven und Bedarfe anderer Einrichtungen und die Erkenntnis, dass niemand mit den diskutierten Problemen allein steht.

Auch über das Projekt hinaus werden die Einrichtungen zukünftig verstärkt zusammenarbeiten und z. B. das Angebotsportfolio weiterentwickeln. Die gemeinsamen Workshops haben das Miteinander zwischen den Einrichtungen auf persönlicher und fachlicher Ebene gestärkt, was bereits jetzt der langfristigen Zusammenarbeit zu anderen Digitalisierungsthemen zugutekommt.

Des Weiteren bot das Projekt für einzelne Einrichtungen einen Anlass sowie ihr eigenes Angebotsportfolio zu reflektieren und Informationsmaterialien oder Supportstrukturen zu überarbeiten.

Learnings

Ursprünglich waren die Workshops als Schreibphasen geplant, in denen die Einrichtungen ihre Angebotsbeschreibungen vor Ort verfassen sollten. Tatsächlich entstand der Großteil der Inhalte jedoch zwischen den Terminen in eigenständigen Arbeitsphasen. Die Workshops dienten vor allem dem Austausch und inhaltlichen Diskussionen. Rückblickend erwies sich dieses Vorgehen als passender: Die Treffen motivierten für die Arbeitsphasen, erforderten vom Projektteam jedoch eine intensive Betreuung der Einrichtungen.

Die Workshops lebten vom Zusammenkommen verschiedener Einrichtungen und dem lebendigen Austausch. Angebote zum abteilungsübergreifenden Austausch sind rar und werden daher dankbar angenommen – besonders in angenehmer Atmosphäre mit einladender Raumgestaltung. Rückmeldungen zeigten, dass besonders die wertschätzende Atmosphäre und persönliche Ansprache die Beteiligung förderten. Bereits ein aufrichtiger Dank motiviert zur Zusammenarbeit über das Projekt hinaus.

Empfehlung

In unserem Projekt wurden insgesamt vier Workshops und ein Auftakttreffen durchgeführt, obwohl anfangs nur ein bis zwei Treffen geplant waren. Die zusätzlichen Workshops entstanden als Reaktion auf den konkreten Projektverlauf und Vorschläge von den Stakeholdern selbst. Das hohe Interesse und Engagement der Einrichtungen an den Workshops hatte unsere Erwartungen übertroffen. Unsere agile Arbeitsweise und ausreichend zeitlicher Puffer haben eine flexible Anpassung ermöglicht.

Statt die Workshops ad hoc zu erweitern, könnte alternativ von Beginn an eine größere Anzahl von Workshops eingeplant werden. Ob dies Vorteile in Form von Planungssicherheit oder doch Nachteile aufgrund des größeren Workloads mit sich bringt, ist pauschal nicht abzuschätzen, sondern muss von jeder Institution abgewogen werden.

Methoden

Empfohlen

Methoden
Aktivierende Methoden, Blitzlicht, Moderationskarten, Gruppenarbeit, Murmelgespräche
Formate
Kurze Infotreffen, zwei- bis dreistündige Workshops, persönliche Beratung und Coaching, (interaktive) Handreichungen für Schreibrichtlinien
Technische Tools
Ticketsystem, H5P

Nicht empfohlen

Methoden
Offene Feedbackrunde für kritische Rückmeldungen: Die Antworten fielen in diesem Format zu wohlwollend bzw. zurückhaltend aus.
Formate
Schreibphasen in unpassenden Räumlichkeiten: Schreibphasen sollten in Raum mit geeigneter Akustik stattfinden, ggf. können auch mehrere Räume genutzt werden, um bei mündlichen Absprachen andere Teilnehmende nicht zu stören.

Kontakt

Projekt Kontakt
Material
NameDownload / LinkBeschreibungLizenzFormatGröße
Projektdokumentation: Workshopkonzept zur ContententwicklungLink aufrufen/Link/

Das könnte Sie auch interessieren

Projekt 101261
Projekt

Academic Core Essentials für internationale Masterstudierende beim Übertritt in den deutschen Hochschulraum

Das Projekt soll einen Anstoß leisten, den für internationale Masterstudierende häufig schwierigen Übergang in das deutsche Hochschulsystem signifikant zu verbessern und Probleme, die sich allzu oft beim Wechsel in den deutschen Hochschulraum ergeben, zu überwinden. Exemplarisch für den internationalen Masterstudiengang Advanced and Computational Mathematics der Fakultät für Mathematik an der Technischen Universität Chemnitz soll einerseits durch die Entwicklung digitaler Vorbereitungskurse ein häufig beobachtbarer Mangel an akademischen Grundkompetenzen und Methoden adressiert und behoben werden, so dass sich internationale Studierende gleich zu Beginn ihres Masterstudiums auf die fachlichen Herausforderungen konzentrieren und so ihr persönliches Potential eigenverantwortlich voll entfalten können. Andererseits soll in dem Projekt erprobt werden, inwieweit sich Studienerfolg und Studiendauer von internationalen Studierenden durch eine gezielte Förderung der eigenständigen Studierfähigkeit und der Integration durch ein Peer-to-Peer-Mentorenprogramm verbessern lassen.

Projekt anzeigen
Maßnahme 100071
Maßnahme

Automatisiertes Feedback zu Diagrammen mit FeeDi

Die Fähigkeit, komplexe Inhalte in Diagrammen darzustellen, ist besonders in MINT-Fächern essenziell – etwa in UML-, Prozess-, Schalt- oder XY-Diagrammen. Doch in großen Lehrveranstaltungen mit bis zu 500 Studierenden ist eine individuelle Korrektur eingereichter Modellierungen kaum möglich. Selbst in kleineren Gruppen entsteht so ein hoher Bewertungsaufwand. In der Lehrveranstaltung Datenbanksysteme der HTWK Leipzig kam das E-Assessment-Tool FeeDi zum Einsatz: Lehrende hinterlegten eine Musterlösung, auf deren Basis Studierende automatisiert grafisches, numerisches und textuelles Feedback zu ihren ER-Diagrammen erhielten. Zudem wurden Bewertungsschemata und Feedbacktexte für typische Fehlerklassen vorbereitet. Ziel war es, Studierenden zeitnahes, prozessbezogenes Feedback zu geben und Lehrende zu entlasten. Die Studierenden erhielten direkt nach der Abgabe farblich markierte Rückmeldungen zu korrekten und fehlerhaften Elementen, numerische Bewertungen (absolut/prozentual) sowie text

Maßnahme anzeigen
Publikation 100145

Hybrid activity-oriented learning spaces to strengthen social-emotional learning processes in the social, therapeutic and health sciences

[Kurzbeschreibung folgt (Anm. StIL)]

Publikation anzeigen