
Lehrformate: Eigensinnige Orte, Stubborn Places, Devious Places
Zum Projekt „Künstlerische Forschung im urbanen Raum - Zeit Raum Archiv” haben wir 2022 und 2023 Lehrveranstaltungen in Form von zwei Seminaren á 2 SWS und zwei Seminaren á 4 SWS durchgeführt. Dabei handelte es sich um freie Wahlfächer, die sowohl von Architekturstudierenden des Hauses als auch von externen TU-Studierenden verschiedener Fachrichtungen besucht wurden. Die Seminare wurden jeweils von 2 Lehrenden und 3 Gastkritiker*innen unterrichtet und von insgesamt 70 Studierenden absolviert. [Anm. StIL: Diese Maßnahme wurde in einer Vorgängerversion der Abfrage dokumentiert. Bei der Übertragung auf das aktuelle Format kann es vorkommen, dass die Antworten nicht hundertprozentig zur Frage passen.]
Kategorien
Beschreibung
Herausforderung
Exkursionen zur Förderung der Gemeinschaft ist als Freiraum durch Covid-19 verloren gegangen, er soll durch nachhaltiges Reisen wieder aktiviert werden.
Es gab seit 2020 keine gemeinsamen Exkursionen aufgrund von Corona und auch aufgrund der finanziellen Möglichkeiten.
Der Unterricht in den bildenden Künsten sollte die Möglichkeit bieten, künstlerische Erfahrungen zu machen und zu teilen, was im digitalen Unterricht eine große Herausforderung darstellt.
Große Videodateien sind schwer zugänglich; da
Voraussetzung
Bei den administrativen Rahmenbedingungen führten die unterschiedlichen Anforderungen und Abläufe zwischen STiL und der TU-Administration zu zeitlichen Engpässen und Problemen.
Wir Lehrenden haben den Freiraum des Projektes sehr wertgeschätzt und haben versucht diesen Freiraum an die Studierenden weiterzugeben. Dieser wurde vom Großteil der Studierenden angenommen und produktiv und dynamisch genutzt. Noch nie konnten sie in Kleingruppen auf eine Exkursion ihrer Wahl gehen, bei der sie finanziell unterstützt wurden. Noch nie zuvor hatten sie die Gelegenheit mit so hochwertiger Technik auf dem neuesten Stand arbeiten dürfen. Somit sind die finanziellen Möglichkeiten der Hauptgarant für das Gelingen der Maßnahme gewesen.
Eignung
formativ (projektbegleitend)
summativ (zum Abschluss)
Mündliche Evaluation zum Ende des Kurses (1,5h) sowie schriftliche Evaluation anhand des Evaluationsbogens für Seminare der TU Berlin. Evaluation der Zwischenschritte als Formation studentischen Empowerments wurden das Lehrformat strukturiert und weiterentwickelt.
Vorgehen/Schritte
Entwicklung der Kursformate (1 Monat)
Realisierung von zwei Wahlpflichtkursen (BA und MA) im WiSe22/23 (1 Semester)
Evaluation und Weiterentwicklung des Kursformates für das SoSe23 durch die Studierenden der Kurse aus dem WiSe22/23 (3 Tage)
Realisierung von 3 Kursen im SoSe23 (BA, MA, M.Arch.T) (1 Semester)
Zusammenführung eines gemeinsamen Video-reels mit allen entstandenen Filmprojekten auf der nachhaltigen OER-Plattform Zeit-Raum-Archiv (ZRA) (1 Woche)
Öffentliche Präsentation des Video-reels auf der Schleuseninsel, TU-Berlin, mit anschließender Abschlussparty (1 Tag)
Sicherung der künstlerischen Forschung und der studentischen Arbeiten als Teil der Publikation „Eigensinnige Orte“ erschienen bei Kettler-Verlag. Archiv der studentischen Arbeiten: S. 132 - 210 (6 Monate)
Öffentlicher Booklaunch im Haus am Waldsee in Berlin (1 Tag)
ein Jahr oder mehr
Hinweise
Effekte
Die künstlerische Bestandsaufnahme, Projektarbeit von Echtsituationen und kreative Praxis führte zu vielschichtigen Ergebnissen und Filmen an „eigensinnigen Orten“ und dessen Erleben in Echtzeit der Studierenden vor Ort und dem Nacherleben ihrer Mitstudierenden, welche die Filme der jeweils anderen erst im Seminar erlebt haben. Die Studierenden konnten diese selbst gewählten Räume als Drehorte nutzen und vor Ort angeeignetes Wissen in künstlerische Forschung in filmisch umsetzen. Durch individuelle Lernprozesse wurde so neues Wissen generiert und Wissensräume geöffnet.
Die Lehrenden reflektierten mit Studierenden die Ergebnisse und werteten sie aus. Die Freiheit zu Reisen, an selbstgewählten Orten zu arbeiten und mit gutem Equipment zu filmen hat die Studierenden Empowerment gegeben und zu einzigartigen Ergebnissen geführt.
Kollektive, bzw. gemeinschaftliche Lernerfahrungen wurden durch die Konzeption des „Clusterings“ der Filme erfolgreich gefördert.
Ein unerwarteter Effekt, den wir beo
Learnings
Wir waren überrascht, zu welcher enormen Qualitätssteigerung der Lehre im Unterricht und außerhalb in der Projektarbeit die neueste Technik und ein Reisekostenzuschuss geführt haben. Darüber hinaus haben die Evaluationen mit den Studierenden gezeigt, dass die Offenheit des offenen Formats in Verbindung mit der finanziellen und technischen Unterstützung als sehr motivierend empfunden wurde. Die künstlerische Qualität der studentischen Beiträge lag weit über dem Niveau, das von Architekturstudierenden erwartet werden kann. Dies wurde auch bei der öffentlichen Abschlusspräsentation des eineinhalbstündigen Video-reels mit professioneller Beamer- und Tontechnik am Landwehrkanal in Berlin deutlich.
Durch individuelle Lernprozesse wurde so mit den Mitteln der künstlerischen Forschung neues Wissen generiert und neue Wissensräume eröffnet. Besonders überrascht hat uns das große Interesse, das das Screening bei den Studierenden des IfA ausgelöst hat, die nicht an den Kursen teilgenommen hatten.
Empfehlung
Das Projekt war auf 12 Monate angelegt. Aufgrund der langwierigen Einstellungsverfahren an der TU Berlin konnten die beiden WiMi zu 50% erst mit einer Verzögerung von 3 Monaten für jeweils 9 Monate eingestellt werden. Dies würden wir bei der Konzeption eines neuen Projektes mitdenken und entweder ein 24-monatiges Projekt realisieren oder die Inhalte für ein 12-monatiges Projekt im Vorfeld reduzieren. Es ist hilfreich eine dreimonatige Organisationsphase ohne Lehrveranstaltungen und Planungen zu Beginn der Förderung einzuplanen.
Tipps
Offene Lehrformate erfordern ein Maß an Kontrollverlust, bzw. eine aktive Übertragung von Verantwortung von Lehrenden an die Studierenden. Dies ist nicht immer einfach.
Methoden
Empfohlen
Kontakt
Das könnte Sie auch interessieren

Digitale Souveränität für Kunsthochschulen
Ziel des Projekts Digitale Souveränität für Kunsthochschulen ist der Aufbau einer hochschulübergreifenden digitalen Lehrinfrastruktur für Kunsthochschulen. Die Pionierleistung besteht darin, eine über Einzelinitiativen hinausgehende, bedarfsgerechte digitale Infrastruktur mit gemeinsamer Steuerung an den drei großen Kunsthochschulen in Baden-Württemberg (ABK Stuttgart, Kunstakademie Karlsruhe, HfG Karlsruhe) zu entwickeln und zu implementieren. Der Fokus liegt auf den spezifischen Anforderungen für Lehre und Forschung im kreativen Bereich: projektbasiertes Arbeiten und Synchronisierung von Produktions-, Dokumentations- und Publikationsprozessen; Heterogenität und Interdisziplinarität der Projekte; besondere Formate der (Forschungs-)Daten. Die digitale Lehrinfrastruktur orientiert sich an den Prinzipien Souveränität, Offenheit, Mündigkeit und Nachhaltigkeit im Kontext der künstlerischen Praxis. Ihr Aufbau ist mit einem Lehr- und Schulungsprogramm zur Entwicklung einer Kultur der Datensouveränität und digitalen Mündigkeit verbunden, die sich an die gesamte Hochschulgemeinschaft richtet.Die entwickelten Strukturen werden nach Projektende an den Partnerhochschulen verstetigt. Das Projekt ist modellhaft und skalierbar angelegt, so dass weitere Partner integriert werden können. Langfristiges Ziel ist der Aufbau eines Ateliers Digitale Souveränität, das Kunsthochschulen unterschiedlicher Größe digitalstrategisch berät und maßgeschneiderte bewährte Praxismodelle transferiert.
Projekt anzeigen
Barrierefreiheitsberatung für Lehr-/Lernsettings
Umsetzungsoptionen digitaler Barrierefreiheit mussten vermittelt werden. Kollegiale, der Binnenlogik des jeweiligen Projekts angepasste Einzelberatung führte zum Erfolg. Barrierefreiheit nützt allen und ist ein verpflichtendes Prinzip, aber noch nicht Allgemeingut: Ressourcen und Kreativität aktivieren!
Maßnahme anzeigen
Digitale Methoden des Lernens und Lehrens in der Archäologie. Chancen und Herausforderungen
Data Literacy hat in den vergangenen Jahren in den archäologischen Disziplinen zunehmend an Bedeutung gewonnen. Während in der Forschung schon lange mit digitalen Werkzeugen gearbeitet wird, sind in der Lehre sowohl die Vermittlung digitaler Kompetenzen als auch die Anwendung digitaler Lehrformate bislang eher noch die Ausnahme. Das Netzwerk „Digitale Kompetenzen in der Archäologie“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, hier für Verbesserung zu sorgen. Auf einem Workshop an der TU Darmstadt im Juni 2024 wurden Chancen und Herausforderungen digitaler Methoden des Lernens und Lehrens angeregt diskutiert und zahlreiche Best Practice-Beispiele vorgestellt. Die Ergebnisse dieses Workshops werden in dem hier vorliegenden Band präsentiert. Sie bieten wertvolle Anregungen für die zukünftige Entwicklung digitaler Lehrkonzepte in der Archäologie.
Publikation anzeigen