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KI4Edu-Lehr-Lernrahmen: Input, Co-Design, Präsenz

Ein didaktisches Modell, das KI in Lehrveranstaltungen gezielt einbindet, statt sie zu verbieten oder ungeregelt laufen zu lassen. Nach dem Prinzip der Co-Intelligenz strukturiert und entlastet KI das Lernen, während Bewertung, Sinngebung und pädagogische Verantwortung beim Menschen bleiben. Der Rahmen gliedert Lehre in drei Phasen: Input, Co-Design und Präsenz.

Kategorien

Bitte nennen Sie bis zu fünf Stichwörter, die den Inhalt Ihrer Maßnahme aussagekräftig beschreiben.
Co-Intelligenz
Lehr-Lernrahmen
Blended Learning
generative KI
Design-Based Research
Zielgruppe(n)
Handlungsfeld & Aktivität(en)

Beschreibung

Herausforderung

Studierende nutzen generative KI längst, meist informell. Viele Lehrveranstaltungen reagieren mit Verboten oder ignorieren die Nutzung. Beides verschenkt Lernchancen und gefährdet die Eigenleistung.

Herangehensweise

Der Rahmen gliedert eine Lehrveranstaltung in drei Phasen. Input: Lehrende legen Lernziele, Aufgaben, Materialien und die Regeln für den KI-Einsatz fest; KI unterstützt bei Planung und Materialerstellung. Co-Design: Studierende bearbeiten Aufgaben mit KI-Unterstützung und dokumentieren, wie sie KI nutzen und wie sie Ergebnisse prüfen. Präsenz: KI tritt in den Hintergrund; Diskussion, Vertiefung, Feedback und Reflexion des KI-Einsatzes stehen im Mittelpunkt. Der Ablauf ist zyklisch: Erfahrungen aus Co-Design und Präsenz verändern den nächsten Input.

Zusammenhang

Entwickelt im Arbeitspaket Entwicklung (Q1 bis Q3 2025) des Projekts KI4Edu an der Universität Duisburg-Essen, gemeinsam mit dem Prüfungsrahmen LOCAM-AI und dem Qualifizierungsangebot KI4Teachers. Erprobt im Wintersemester 2025/26 in der Lehrkräftebildung Bautechnik an der UDE. Aufwand für Nachnutzende: Umbau einer bestehenden Lehrveranstaltung geschätzt zwei bis vier Arbeitstage.

Voraussetzung

Rechtssicherer KI-Zugang für alle Studierenden (an der UDE über das zentrale KI-Portal), ein Lernmanagementsystem für die Selbstlernphasen und Präsenztermine für Diskussion und Reflexion. Kompetenzorientiert formulierte Lernziele erleichtern die Entscheidung, in welcher Phase KI lernförderlich ist.

Eignung

Der Rahmen ist fachunabhängig formuliert und wurde in der Lehrkräftebildung Bautechnik eingesetzt. Er eignet sich für Lehrveranstaltungen, in denen Studierende ohnehin mit KI arbeiten und deren Einsatz gerahmt statt verboten werden soll. Er bildet zugleich die Grundlage für den Prüfungsrahmen LOCAM-AI (eigene Maßnahme in diesem Projekt).

Vorgehen/Schritte

  1. Lernziele der Lehrveranstaltung kompetenzorientiert formulieren und festlegen, in welcher Phase KI lernförderlich ist und wo sie bewusst draußen bleibt.

  2. Regeln für den KI-Einsatz zu Semesterbeginn schriftlich festhalten und mit den Studierenden besprechen.

  3. Input: Aufgaben und Materialien bereitstellen; KI darf Lehrende bei Planung und Materialerstellung unterstützen.

  4. Co-Design: Studierende bearbeiten die Aufgaben mit KI und führen eine kurze KI-Nutzungsdokumentation (Was habe ich gefragt? Was habe ich übernommen? Wie habe ich es geprüft?).

  5. Präsenz: Ergebnisse diskutieren, vertiefen, Feedback geben und den KI-Einsatz gemeinsam reflektieren.

  6. Erfahrungen aus Co-Design und Präsenz in den nächsten Input-Zyklus übernehmen.

  7. Prüfung mit dem Prüfungsrahmen LOCAM-AI abstimmen (eigene Maßnahme in diesem Projekt).

Hinweise

Effekte

Der Rahmen bündelt Selbstlernen mit KI, kollaborative Arbeit und soziale Reflexion in einem Modell. Er bildet die Grundlage für den Prüfungsrahmen LOCAM-AI und wurde in der Lehrkräftebildung Bautechnik an der Universität Duisburg-Essen und an der Hochschule Ruhr West erprobt. Inhalte des Rahmens sind in den offenen Kurs „Künstliche Intelligenz in der Lehre“ auf baukompetenz.digital eingeflossen.

Learnings

Effizienzgewinne durch KI müssen bewusst in Reflexion und vertieftes Lernen reinvestiert werden, sonst wird individuelle Unterstützung mit einer Verarmung des sozialen Lernens erkauft. Die Präsenzphase verliert durch KI nicht an Bedeutung, sie gewinnt.

Empfehlung

Nicht mit dem Werkzeug beginnen, sondern mit der Frage, in welcher Phase KI lernförderlich ist und wo sie bewusst draußen bleibt. Wer zuerst ein Werkzeug auswählt, richtet die Lehrveranstaltung nach dem Werkzeug aus statt nach den Lernzielen.

Tipps

Eine kurze KI-Nutzungsdokumentation als festen Bestandteil der Co-Design-Phase einführen. Sie macht den Lernprozess sichtbar und ist zugleich Prüfungsgrundlage für LOCAM-AI.

Sonstiges

Methoden: Design-Based Research, Constructive Alignment; Moodle; KI-Portal der Hochschule. Ausführlich beschrieben in report fachdidaktik bau:technik Nr. 7: https://doi.org/10.17185/duepublico/85421

Kontakt

Projekt Kontakt
Material
NameDownload / LinkBeschreibungLizenzFormatGröße
Poster „Hochschullehre der Zukunft“, TURN Conference 2025 (PDF)Link aufrufenPoster mit Visionen zu KI in der Hochschulbildung aus KI4Edu, TURN Conference 2025. Lizenz CC BY 4.0./PDF/

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