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Digitale Lernkompetenz: Learning Spaces für studentischen Austausch

Schaffung hybrider Lerninfrastrukturen in Form moderierter „Learning-Spaces“, die den informellen Austausch unter Studierenden fördern und von Lerncoaches begleitet werden. Dazu werden themenspezifische digitale Räume eingerichtet, die Austausch, Wissen und Lerngruppenbildung fördern. Die Herausforderung ist, selbstorganisierte Dialogräume zu schaffen, die intensiv von Studierenden genutzt werden.

Kategorien

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Schlüsselkompetenzen
Hybride Lerninfrastruktur
Learning Spaces
Selbstorganisierter Austausch
Peer Coaching
Zielgruppe(n)
Tutor:innen/stud. Mentor:innen
Studierende
Handlungsfeld & Aktivität(en)
Projektkoordination
Partizipationsformate/Community Building entwickeln
Technisch-räumliche Infrastruktur
Plattformen/Portale entwickeln
Lehr-/Lernumgebungen entwickeln
Lehr-/Studienangebote
Lehr-/Lernmaterialien entwickeln
Supportangebote
Angebote für Austausch und Kollaboration entwickeln

Beschreibung

Herausforderung

Es werden Herausforderungen im Bereich des selbstgesteuerten Lernens & der sozialen Vernetzung im Studium adressiert. Dazu zählen fehlender informeller Austausch unter Studierenden, begrenzte Möglichkeiten zur selbstorganisierten Lerngruppenbildung sowie der Bedarf an niedrigschwelligen Unterstützungsangeboten. Durch die Einführung themenspezifischer, moderierter Learning-Spaces wird ein Rahmen geschaffen, der den Aufbau zukunftsrelevanter Kompetenzen in einer hybriden Lernumgebung fördert.

Herangehensweise

Zur Bewältigung der identifizierten Herausforderungen wurde zunächst der digitale Lern- und Austauschraum „Peer-IT“ (PIT) für Tutoren und Tutorinnen entwickelt, die die Studieneingangsphase begleiten und als Peer-Coaches arbeiten. Ziel war es, ihnen neben der Tutorenschulungen einen hybriden Raum für Materialzugriff, fachbereichsübergreifende Vernetzung und Austausch zu bieten. Das Angebot wurde jedoch nicht im gewünschten Umfang genutzt. Daraufhin wurde die Maßnahme inhaltlich geschärft. Im Projektverlauf zeigte sich, dass Schreibkompetenz für viele Studierende zentral ist. Es wurde der „Schreibraum Digital“ entwickelt. Dieser themenspezifische Learning-Space bündelt Angebote zum wissenschaftlichen Schreiben und ermöglicht den Zugang zu Online-Workshops, Coachings und Kursen und fördert den Austausch unter Lehrenden und Lernenden. So konnte ein höherer Mehrwert und eine stärkere Nutzung erreicht werden.

Zusammenhang

Die Maßnahme wurde im Rahmen bestehender Angebote wie dem Tag der Hausarbeiten, der Stunde der Hausarbeiten und der Schreibwerkstatt erprobt. Alle Angebote zeichnen sich durch intensiven Austausch und Workshop-Charakter aus. Sie wurden im „Schreibraum Digital“ gebündelt, um das Format eines moderierten, hybriden Learning-Space umzusetzen und den Austausch zwischen Studierenden sowie zwischen Lehrenden und Lernenden gezielt zu fördern.

Voraussetzung

Eine zentrale Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung war der hohe Bedarf der Studierenden an Angeboten zum wissenschaftlichen Schreiben, der – im Gegensatz zum Peer-IT-Raum für Tutor*innen – als permanenter Bedarf entlang des gesamten Student-Life Cycle besteht. Zudem haben die Studierenden in den Workshops und im Coaching die Möglichkeit, aktiv mitzugestalten, indem sie Themen einbringen und eigene Texte zur Reflexion bereitstellen. Ein niedrigschwelliger Zugang wurde durch die etablierte OpenOLAT-Plattform als digitale Infrastruktur sichergestellt. Grundlage bildeten bewährte Workshops, die bereits den Austausch zwischen Studierenden, Lehrenden und Peer-Coaches förderten. Personell kamen qualifizierte studentische Lerncoaches zum Einsatz, die über ein zertifiziertes Tutorenprogramm geschult waren. Darüber hinaus standen Professor*innen teilweise als Expert*innen für die inhaltliche Unterstützung zur Verfügung.

Eignung

Nachnutzende können die Eignung der Maßnahme an mehreren Indikatoren erkennen. Zum einen wurde der Bedarf durch regelmäßige Teilnehmendenzahlen und positives Feedback in Evaluationen der Workshops bestätigt. Insbesondere die Nutzung des Schreibraums Digital über das gesamte Semester hinweg zeigt, dass das Angebot kontinuierlich relevant ist. Zudem belegen Rückmeldungen der Studierenden und Lerncoaches, dass der hybride Raum den Austausch und die Vernetzung erfolgreich fördert. Die Kombination aus etablierten Formaten, aktiver Mitgestaltung und einer benutzerfreundlichen digitalen Infrastruktur hat sich damit als wirkungsvoll erwiesen.

Vorgehen/Schritte

Für eine erfolgreiche Adaption ist zu empfehlen, zunächst den konkreten Bedarf der eigenen Zielgruppe systematisch zu ermitteln, zum Beispiel durch Umfragen, Fokusgruppen oder die Auswertung von Feedback aus bestehenden Angeboten oder auch durch Bedarfsabfragen bei Studierenden. So kann sichergestellt werden, dass die Maßnahme tatsächlich an den relevanten Herausforderungen der Studierenden ansetzt. Eine etablierte, leicht zugängliche digitale Plattform sollte als zentrale Infrastruktur genutzt werden, um möglichst niedrigschwelligen Zugang und einfache Orientierung zu ermöglichen.

Wichtig ist außerdem, bestehende erfolgreiche Formate zu bündeln und an den eigenen Kontext anzupassen, etwa indem inhaltliche Schwerpunkte ergänzt oder verändert werden. Die Begleitung durch qualifizierte Peer-Coaches ist besonders hilfreich, da sie den Austausch auf Augenhöhe fördern, Authentizität garantieren, Hemmschwellen abbauen und die Selbstorganisation der Teilnehmenden unterstützen.

Zudem sollten klare Kommunikations- und Marketingstrategien entwickelt werden, um die Zielgruppe frühzeitig zu informieren, Neugier zu wecken und zur aktiven Teilnahme zu motivieren. Empfehlenswert ist auch die Nutzung verschiedener Kanäle – von E-Mail-Newslettern über Social Media bis hin zu hochschulinternen Veranstaltungen. Gleichzeitig empfiehlt es sich, Lehrende als Expertinnen und Experten aktiv einzubinden oder zumindest als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zu gewinnen, um die Sichtbarkeit der Angebote zu erhöhen.

Die Möglichkeit zur Mitgestaltung durch Studierende – etwa durch das Einbringen eigener Themen, Materialien oder Fragen – trägt entscheidend zur Akzeptanz, Relevanz und Wirksamkeit bei. Darüber hinaus kann eine Vernetzung mit anderen Hochschulen den regelmäßigen Erfahrungsaustausch erleichtern und helfen, Best-Practice-Ansätze weiterzuentwickeln. Auf diese Weise wird eine nachhaltige Implementierung gefördert, die sich flexibel an wechselnde Bedürfnisse anpassen kann.

Hinweise

Effekte

Erwartete Effekte: Die Maßnahme hat den Zugang zu Angeboten zum wissenschaftlichen Schreiben erleichtert und die Nutzung über den gesamten Student-Life Cycle erhöht. Studierende konnten ihre Schreibkompetenz weiterentwickeln und der Austausch wurde gefördert. Die Kombination aus etablierten Formaten, Peer-Coaching und digitaler Infrastruktur hat die Teilnahme gesteigert. Die Bekanntheit wurde durch gezielte Ansprache der Zielgruppe erhöht.

Unerwartete Effekte: Der Lernraum Peer-IT wurde trotz fachlichen Mehrwerts kaum genutzt, was zeigte, dass Bedarf nicht automatisch Akzeptanz bedeutet. Die klare Fokussierung auf wissenschaftliches Schreiben hatte eine größere Relevanz als erwartet. Der hybride Charakter führte zu einer intensiveren Nutzung auch durch Studierende höherer Semester.

Wechselwirkungen: Die Maßnahme hat das Bewusstsein für den Wert informeller Lernräume gestärkt. Sie zeigte, dass digitale Infrastruktur nur mit relevanten Inhalten und niedrigschwelligen Angeboten wirksam ist.

Learnings

Größte Learnings: Ein zentrales Learning war, dass ein nachgewiesener Bedarf nicht automatisch zur Nutzung führt. Erst die Kombination aus relevanten Inhalten, klarer thematischer Fokussierung, niedrigschwelligem Zugang und aktiver Ansprache erzielt Wirkung. Zudem zeigte sich, dass Studierende Angebote deutlich besser annehmen, wenn sie Raum für Mitgestaltung und Austausch bieten und ihre Lehrenden integriert werden. Die kontinuierliche Rückmeldung der Zielgruppe war essenziell, um Formate flexibel weiterzuentwickeln.

Empfehlung an Nachnutzende: Rückblickend ist zu empfehlen, bereits zu Beginn stärker zu prüfen, welche Themen den größten Stellenwert für die Zielgruppe haben und darauf konsequent zu fokussieren, statt zunächst mehrere unterschiedliche Räume parallel zu entwickeln. Ein Pilotangebot mit klarem thematischem Schwerpunkt und begleitender Evaluation kann helfen, Akzeptanz früh zu sichern und Ressourcen gezielter einzusetzen.

Tipps

Ein klarer Fokus auf ein Thema mit hohem Bedarf ist wichtig, um Relevanz und Akzeptanz zu sichern. Vorab sollten Umfragen oder Interviews klären, ob das Thema für die Zielgruppe bedeutsam ist. Es empfiehlt sich, eine digitale Plattform zu nutzen, die Studierende bereits kennen, um den Zugang niedrigschwellig zu halten. Angebote sollten Mitgestaltung ermöglichen, etwa durch eigene Fragen oder Materialien. Qualifizierte Peer-Coaches fördern Austausch auf Augenhöhe und garantieren Authentizität. Eine durchdachte Kommunikationsstrategie und eine Pilotphase helfen, Wirksamkeit zu prüfen. Begleitendes Feedback und die Einbindung von Lehrenden als Multiplikatoren und Multiplikatorinnen erhöhen Reichweite und Qualität

Sonstiges

Die Orientierung an den Bedarfen der Studierenden ist zentral für den Erfolg. Hybride Formate profitieren von klaren Strukturen und Mitgestaltungsmöglichkeiten. Transparente Kommunikation und die Begleitung durch Peer-Coaches fördern die Akzeptanz. Regelmäßige Evaluation hilft, Angebote anzupassen. Ein schrittweises Vorgehen und ausreichende personelle Ressourcen sichern eine nachhaltige Umsetzung.

Methoden

Empfohlen

Methoden
Bedarfsanalyse durch Umfragen, Peer-Coaching zur Unterstützung auf Augenhöhe, dauer-hafte Angebote während des Semesters, regelmäßige Evaluationen und Mitgestaltungsmög-lichkeiten für Studierende.
Formate
Workshops, digitale Lernräume, synchrone und asynchrone Formate, Peer-Coachings und themenspezifische Materialsammlungen
Technische Tools
Einsatz einer Lernplattform, Videokonferenzsysteme für Workshops, digitale Whiteboards und zentrale Dateiverwaltung

Nicht empfohlen

Methoden
Offene Austauschformate ohne klare thematische Eingrenzung haben sich als wenig wirk-sam erwiesen, da sie oft ungenutzt blieben.
Formate
Allgemeine Lernräume ohne klaren Schwerpunkt, wie der Peer-IT-Raum für Tutoren und Tutorinnen, fanden trotz Bedarf kaum Akzeptanz.
Technische Tools
Separate Plattformen außerhalb etablierter Systeme haben Einstiegshürden erhöht und sollten vermieden werden.

Kontakt

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Material
NameDownload / LinkBeschreibungLizenzFormatGröße
Learning Spaces für studentischen AustauschLink aufrufenKultur der Digitalität, Teilprojekte Digitale Lernkompetenz, Maßnahme: Learning Spaces für studentischen Austausch/Link/

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