Maßnahme Bühne
Zum Projekt

Standortübergreifendes Teamteaching

Im Projekt GeoTandems wurden durch standortübergreifendes Teamteaching Lehrinnovationen entwickelt, erprobt und weitergeben. Hochschullehre wird dadurch als Gemeinschaftsaufgabe verstanden. Mit allen GeoTandems wurden in zwei gemeinsamen Workshops die Gelingensbedingungen und Stolpersteine standortübergreifenden Teamteachings reflektiert und in einem gemeinsamen Sammelband publiziert.

Kategorien

Bitte nennen Sie bis zu fünf Stichwörter, die den Inhalt Ihrer Maßnahme aussagekräftig beschreiben.
Teamteaching
standortübergreifend
Gelingensbedingungen
Stolpersteine
Gemeinschaftsaufgabe Lehre
Zielgruppe(n)
Handlungsfeld & Aktivität(en)

Beschreibung

Herausforderung

Hochschullehre ist oft durch ein Einzelkämpfertum geprägt. Dem wird durch Lehrveranstaltungen in Teams begegnet. Unser standortübergreifender Ansatz bietet zwei Vorteile: 1. findet sich am eigenen Hochschulstandort keine zweite Arbeitsgruppe, die im eigenen Fachgebiet lehrt und forscht. Das Standortübergreifende ermöglicht einen Austausch auf hohem fachlichen Niveau. 2. erfolgt durch die Kollaboration mit anderen Hochschulen und gemeinsamen Workshops die Diffusion der entwickelten Lernformate.

Herangehensweise

Um standortübergreifende Zusammenarbeit in der geographischen Hochschullehre zu initiieren, wurde im GeoTandem-Projekt ein kompetitives Auswahlverfahren durchgeführt, bei dem sich Tandems mit einer Ideenskizze auf entsprechende Ausschreibung bewerben konnten. Die durch eine Jury des AK Hochschullehre Geographie ausgewählten GeoTandems wurden dann zu einem Workshop im September 2023 eingeladen, in dem sie vor Lehrveranstaltungsbeginn Input über Herausforderungen/Gelingensbedingungen des Teamteachings erhielten und Zeit und Raum bekamen, sich u. a. über Ziele und Ideen bzgl. der Lehrveranstaltung zu verständigen. Zudem wurden die GeoTandems finanziell unterstützt, um gegenseitige Besuche realisieren zu können. Neben einer Zwischenbesprechung im Dezember 2023 wurden die Erfahrungen und Erkenntnisse v. a. beim zweiten Workshop im März 2024 reflektiert. Das hierdurch kreierte kollektive Momentum führte zu Inspiration und zur erneuten Umsetzung einzelner Ideen im darauffolgenden Semester.

Zusammenhang

Alle sechs GeoTandems haben eine neue Lehrveranstaltung entwickelt und an beiden Standorten durchgeführt. Das GeoTandem-Projekt hat durch die Workshops, Reflexionsphasen und eine finanzielle Unterstützung passende Rahmenbedingungen für das standortübergreifende Teamteaching gesetzt. Eine gemeinsame Buchpublikationen (https://doi.org/10.52038/9783643156365) stellt die durchgeführten Formate vor und reflektiert die Erfahrungen und Gelingensbedingungen standortübergreifender Hochschullehre.

Voraussetzung

Neben dem kompetitiven Auswahlverfahren kann auch die freiwillige Wahl der Tandempartner*innen als Gelingensbedingung der Durchführung festgestellt werden. So wurde die Kompatibilität der Persönlichkeiten gewährleistet und die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass ähnliche Ziele im Hinblick auf die gemeinsame Lehrveranstaltung bestehen und eine gemeinsame Arbeitsgrundlage aufgebaut werden kann (vgl. auch Brühlmann et al. 2016). Die finanzielle Unterstützung (StIL-Projektförderung FON-003/2023) für die gegenseitigen Besuche der Tandempartner*innen und die Umsetzung beider Workshops, war eine weitere Bedingung für den Erfolg. Dies ermöglichte den Austausch in Präsenz innerhalb des eigenen, aber auch mit den anderen GeoTandems, was als weiterer Erfolgsfaktor festgehalten werden kann. So konnte ein kollektives Momentum erzielt werden, das sich durch Unterstützung und Inspiration auszeichnete.

Eignung

Im Rahmen der Buchpublikation haben wir die GeoTandems befragt und ausgesprochen positive Rückmeldungen erhalten (Mossig/Müller 2024, Open Access: https://doi.org/10.52038/9783643156365).

Auch konnten wir die Erkenntnisse aus dem Projekt in der nach unserem Wissen bedeutendsten internationalen Fachzeitschrift für geographische Hochschullehre publizieren, dem Journal of Geography in Higher Education (Mossig et al. 2025: https://doi.org/10.1080/03098265.2025.2533277).

Vorgehen/Schritte

Zur Generierung der GeoTandems wurde eine Ausschreibung geschaltet, auf die sich potenzielle Tandems mit einer kurzen Ideenskizze (ca. 150 Wörter) bewerben konnten. Ebendies sollte auch bei einer möglichen Adaption überlegt werden. Das kompetitive Auswahlverfahren ermöglicht einerseits, besonders innovative bzw. besonders relevante Ideen im Bereich der Hochschullehre auswählen zu können. Andererseits, können solche Bewerbungen herausgefiltert werden, die lediglich an einem finanziellen Zuschuss ihres Forschungsprojektes oder bereits bestehender Aktivitäten interessiert waren. Dies impliziert, dass sich im Vorfeld Gedanken über eine mögliche Finanzierung der Tandems gemacht werden muss, welche mindestens die Reisekosten der Tandempartner*innen für gegenseitige Besuche beinhaltet. Wir können sehr die Durchführung von zwei Workshops aller Tandems empfehlen, denn im Pulk radelt es sich leichter. Der Auftaktworkshop sollte vor Beginn der Lehrveranstaltungsdurchführung stattfinden und die Tandems hier für Gelingensbedingungen und mögliche Stolpersteine des Teamteachings sensibilisieren. Einen ausführlichen Literature Review dazu und unsere zusätzlich gesammelten Erfahrungen haben wir Open Access publiziert (Mossig/Müller 2024; Mossig et al. 2025). Unsere Folien und Materialien aus den Workshops stellen wir jederzeit gerne zur Verfügung. Zudem hat es sich bewährt, den Lehrenden während des Auftaktworkshops ausreichend Zeit zum Austausch innerhalb und zwischen den Tandems zu geben, um ihnen so die Möglichkeit zu bieten, an einem Ort, zusammen, aktiv an der Planung und Konzeption der Lehrveranstaltung zu arbeiten. Der Austausch über gemeinsame Ziele, mögliche Herausforderungen und mögliche Hürden innerhalb des Tandems, aber auch mit den anderen, hat sich sehr bewährt und sollte bedacht werden.

Nach 4-6 Wochen im Semester haben wir eine kurze Wasserstandsmessung durchgeführt, die digital über Zoom erfolgte, um mit allen Tandems über erste Wahrnehmungen, Erkenntnisse oder Momente der Irritation gemeinsam zu sprechen bzw. diese zu lösen. Auch dies empfehlen wir sehr.

Der Abschlussworkshop sollte idealerweise nach dem Ende der Lehrveranstaltungen in der anschließenden vorlesungsfreien Zeit stattfinden, in dem den Tandems bewusst Zeit gelassen werden sollte, die Lehrveranstaltung zu reflektieren und sich mit anderen Tandems über Gelingensbedingungen und Stolpersteine auszutauschen.

Die gemeinsame Buchpublikation hat einen hohen Anreiz geboten, die eigenen Lehrideen gewissenhaft zu reflektieren und zu dokumentieren.

Hinweise

Learnings

1. Unbedingt die Freiwilligkeit bei der Partnerwahl beachten. Größere Entfernungen lassen sich leichter überwinden als eine unliebsame Partnerschaft mit jemandem aus der Nachbarhochschule. Aber: „Freundschaftliche Verbundenheit mag der Einstieg für eine berufliche Zusammenarbeit sein, auf Dauer muss jedoch ein gemeinsames Ziel der Motor sein“ (Wobak/Schnelzer 2015).

2. Gut unterstützt ist standortübergreifendes Teamteaching ein tolles Saatbeet zur Entwicklung, Erprobung und Diffusion von neuen, relevanten Lernformaten und innovativen Ideen in der Hochschullehre.

3. Mit mehreren Tandems am Start radelt es sich leichter, denn man kann sich gegenseitig auf hohem fachlichen Niveau beraten. Daher würden wir ein solches Tandemprojekt stets in einem Studienfach ausschreiben und nicht breit über alle Fächer hinweg, denn die Fachkulturen unterscheiden sich dann doch zu sehr (Scharlau/Keding 2016).

Empfehlung

Übergeordnet hat sich der oben beschriebene Projektablauf sehr bewährt. Aus einer schriftlichen Befragung der GeoTandems geht hervor, dass insbesondere die beiden Workshops in Präsenz und die finanzielle Unterstützung für gegenseitige Besuche als nützlich empfunden wurden. Darüber hinaus haben sich das Formulieren der eigenen Motivation, der Ziele und möglicher Hürden im Team sowie das Präsentieren ebendieser im Plenum ausgezahlt, sodass für erste antizipierte Hürden gemeinsame Lösungen gefunden/diskutiert werden konnten. Nachnutzende sollten die zeitliche Gestaltung des Projekts im Blick behalten, da vereinzelt der Wunsch nach einer zeitlichen Flexibilisierung, dem Durchführen in einem anderen Semester und einer Projektlaufzeit von 1,5 Jahren bestand.

Tipps

Wichtig ist eine gute Finanzplanung. Ohne solide Unterstützung hätten wir nicht so tolle Resultate erzielt. Wir hatten mit mehr benachbarten Tandems gerechnet und dann Tandems aus Salzburg/Halle oder Dresden/Frankfurt am Start. Erstattet wurden die Reisekosten für je zwei gegenseitige Besuche und für die An- und Abreise zu beiden Workshops in Göttingen. Kosten für Workshops sind sehr gut angelegtes Geld gewesen! Jeder unserer Workshops begann und endete mit einem gemeinsamen Mittagessen und beinhaltete eine Übernachtung. Pro Person sind dafür ca. 200 – 250 € schnell ausgegeben. Die Buchpublikation hat uns Open Access rund 5.000 Euro gekostet und war ein super Anreiz für die Tandems, ihr Tun zu verschriftlichen und weiterzugeben. Zudem hat sich eine studentische Hilfskraft sehr bewährt.

Sonstiges

Alle, die unsere Idee aufgreifen, nachahmen und weiterentwickeln wollen, mögen uns gerne kontaktieren. Wir geben unsere Erfahrungen und unsere Materialien gerne weiter.

Methoden

Empfohlen

Methoden
Das Notieren möglicher Herausforderungen, gemeinsamer Ziele und Motivationen auf Karten durch jedes Tandem und das Präsentieren dieser im Plenum, führte einerseits zum Aufbau einer gemeinsamen Arbeitsgrundlage im Tandem und auch dazu, dass erste Ideen für mögliche Hürden gemeinsam diskutiert wurden.
Formate
Zusammenarbeit in Präsenz an einem schönen Ort mit genügend Zeit für den Austausch über gutes Lernen an Hochschulen

Nicht empfohlen

Formate
Tandems, die ihre Studierenden in Kontakt bringen möchten, sollten sich genau überlegen, in welcher Weise das Kennenlernen erfolgen sollte. Das Erste per Videokonferenz zu realisieren, hat sich als herausfordernd erwiesen.

Kontakt

Projekt Kontakt

Das könnte Sie auch interessieren

Projekt 101217
Projekt

Digitalisierung entlang Lehren, Lernen und Forschen integrieren

Bislang wurde das Thema digitale Lehre an der Universität Hohenheim auf der Ebene der einzelnen Lehrveranstaltung betrachtet. Mit dem vorliegenden Vorhaben werden erstmals auch die Ebene der Studiengänge sowie die Ebene der Lehrkultur und Lehrorganisation systematisch bearbeitet. Gute digitale Lehre basiert dabei auf dem konzertierten Einsatz technischer Innovationen in Kombination mit didaktischen, curricularen und organisationalen Innovationen, die zusammen einen kulturellen Wandel in der Hochschule unterstützen. Dazu werden verknüpfte Maßnahmenbündel implementiert, die sich sowohl an Studierende als auch an Lehrende richten. Als Output am Ende des Projekts stehen Ergebnisse, die auch über den spezifischen Kontext hinaus relevant und in andere Hochschulsettings übertragbar sind: studiengangsbasierte, digitale Kompetenzprofile, good practices für die Integration digitaler Formate in Studiengänge, fachspezifische digitale Toolboxen für Lehrende, ein Konzept für die digitale Unterstützung Forschenden Lehrens und Lernens, ein KI-gestütztes Lernassistenzsystem, eine auf digitaler Texterkennung basierende Evaluationsmethode sowie wissenschaftlich abgesicherte Erkenntnisse zum Einsatz und zur Wirkung digitalen Lehrens und Lernens.

Projekt anzeigen
Maßnahme 100654
Maßnahme

Implementierung digitaler Feedback-Methoden in das TESOL Research Colloquium

Das Lehrkonzept des Forschungskolloquiums wird überarbeitet und durch mehrere Feedbackschleifen bereichert, um eine bessere Lernbegleitung zu ermöglichen. Zu verschiedenen Phasen des Forschungsprozesses tauschen Masterstudierende und Doktorand:innen mithilfe von drei verschiedenen digitalen Methoden (Cloud-Feedback, aufgezeichnetes Audio-/Video-/Screencast-Feedback, Forum-Feedback) Kommentare zu ihren Forschungsvorhaben aus. [Anm. StIL: Diese Maßnahme wurde in einer Vorgängerversion der Abfrage dokumentiert. Bei der Übertragung auf das aktuelle Format kann es vorkommen, dass die Antworten nicht hundertprozentig zur Frage passen.]

Maßnahme anzeigen
Publikation 100144

Das Projekt „hands on“

[Kurzbeschreibung folgt (Anm. StIL)]

Publikation anzeigen